In der Nähe dieses Gutes liegt ein Weiler, in dem wir schnell einen Kram laden, verbunden mit rudimentärer Gastwirtschaft entdeckt haben. In diesem entlegenen Winkel gibt es sagenhafte Mengen an Eiern. Die Wirtin pries uns dieselben an, was gar nicht nötig war, denn Eier sind das Fundament unserer schnellen Landser Mahlzeiten, ein Fundament, das seinen Reiz nie verliert. Der dicke Gusto saß zuerst vor dem runden Tisch in der Küche hinter dem Laden. Der Radioapparat spielte Musik aus der „Lustigen Witwe”, am Herd stand die Blitz saubere, junge Wirtin und rührte für den Dicken das erste Omelett zurecht. Gusto musterte durch seine Brille mit zufriedenen Augen die Flasche weißen Bordeaux auf dem rot karierten Tischtuch, das riesige Stück Butter und das Weißbrot. Dazu schnupperte er wollüstig den Duft der gebratenen Eier. An diesem Tisch blieb er von ein Uhr mittags bis elf Uhr abends unerschütterlich sitzen und nur wenn die Natur ihr Recht verlangte, verließ er ihn auf wenige Minuten. Wie viel Eier in der mannigfachsten Form der Dicke in dieser Zeit verzehrte, weiß kein Mensch, aber nach der sehr vorsichtigen Kalkulation der Wirtin müssen es etwa zwanzig Stück gewesen sein, wozu natürlich erhebliche Mengen Brot mit Finger dicker Butter kamen. Dazu trank er mehrere Flaschen des süffigen Bordeaux und war glücklich. Um diesen dicken, ruhenden Pol herum gruppierten sich in bunter Abwechslung die anderen
Kameraden. Die Küche war zu einem sehr vergnügtem Lokal geworden, die Stimmung glänzend. Auch mehrere Ortsbewohner leisteten uns Gesellschaft. Wir gingen spät zu Bett, voll des süßen W eines.
Zu Monsieurs und Madames Entsetzen blieben wir auch noch den folgenden Tag in ihrem gastlichen Château, um die letzten 110 km am nächsten Tag in einem Rutsch ab zumachen. Der Tag verfloss ruhig, wie ein Ruhetag im Manöver; die meiste Zeit waren wir in der kleinen Kneipe, deren Weinvorrat schon der Neige zuging. Am Abend kam dann auch die Artillerie mit ihren vielen Pferden, die das viele Heu fressen sollten. Monsieur und Maidame sahen uns infolge dieser Ankunft plötzlich in einem sehr viel günstigeren Licht. Wir hatten doch wenigstens keine Pferde gehabt!