Nunmehr startete ich meinen Erkundungsgang, mein ganzes Interesse auf Schaufensterauslagen, und hierbei besonders auf Champagnerflaschen konzentrierend. Was ich jedoch fast ausschließlich sah, waren zunächst Devotionalien und Gebetbücher. Wie können bloß all diese Geschäfte mit ihren Rosenkränzen, Kruzifixen, Nachbildungen der Kathedrale, Heiligenbildern, Metallgliedmaßen und den 1001 sonstigen Fetischen existieren ? Das ist ihre Sorge, aber ich bin überzeugt, daß es ihnen zur „Saison” nicht an Käufern mangelt. Im Augenblick schien allerdings keine Saison zu sein, denn alle diese Geschäfte waren von Kunden leer.
In den minder heiligen Zwecken gewidmeten Schaufenstern sah ich viele Flaschen, die zwar Champagnerflaschen täuschend ähnelten, deren Schilder aber auf „Perle de l’Auge” lauteten, also einen Cidre, denn im Augetal gedeihen keine Reben. Aber in einem Schaufenster standen die begehrten Flaschen aus Reims. Als ich in den Laden eintrat erfuhr ich, das Stück koste 90 Franc. Mir sträubten sich die Haare: vor wenigen Wochen noch hatte ich für den besten „Drapeau Americain” in Paris 4o Franc bezahlt. Aber es war jetzt überall dasselbe: die obskursten, billigsten Marken kosteten jetzt zwischen 8o und 100 Franc. Für deutsche Begriffe ist 4-5 Mark für eine Flasche Champagner nicht eben teuer, nach französischen Maßstäben ist es Wucher.
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