Cidre

Einen Nachteil hatte die spendier Isolation unseres Schlosses, einen Nachteil, der uns schon am zweiten Abend nach unserer Ankunft ganz besonders unangenehm sinnfällig vor Augen getreten war: es gab hier oben nichts zu trinken, nichts wie Wasser und Milch. Die Tage waren heiß, und ein Soldat bedarf ohnedies stets bescheidener Mengen flüssigen Trosts.
In unserer Not beschlossen wir, es zunächst mit dem normannischen Cidre, dem schwachen und sauren Apfelwein, zu versuchen. Dies Getränk hatte zudem den Vorteil des niedrigen Preises, so dass wir uns eines Morgens fünfzig Liter in einem Fässchen besorgten, das uns Herr Maria, der Gärtner, geliehen hatte. Mit 75 centimes, also 3 % Pfennig, war der Liter gewiss nicht über zahlt. Beim ersten Mal, da das Fässchen geöffnet ward, es war beim Mittagessen, trank jeder ein Glas Cidre, abends tranken noch zwei Mann je ein Glas, und von dann an wurde der Hahn des in der Garage ruhenden Fässchens eigentlich nur noch aus Versehen geöffnet. Allgemein wurde behauptet, der Cidre schmecke abscheulich und sei höchstens als Abführmittel zu empfehlen. Gegen eine solche Kollektive Ablehnung verfing kein Vortrag über den angenehmen Geschmack und die zweifellos auch digestive Wirksamkeit dieses bodenständigen Volksgetränks.

Tags: , ,

Leave a Reply