Wir wohnen heute in einem Pächterwohnung des royalistischen Schlossherrn, das von einer für französische Begriffe ungemein umfangreichen Familie bewohnt wird: Die Leute haben nämlich sechs Kinder. Es sind ebenso prächtige Kinder wie großartige Eltern. Schon bei der Begrüßung fällt einem das reine Französisch auf, das sich in dem anschließenden Gespräch dadurch erklärt, dass der Mann, von Beruf Maurer, in der auf die Weltausstellung folgende Arbeitslosigkeit alle Ersparnisse zusammen nahm und seinen Wohnort Lyon verließ, um mit seiner Familie hierher aufs Land zu gehen. Sie sind also eigentlich Lyoner und darum sprechen sie nicht das in dieser Gegend übliche Platt. Als sie hier herkamen, war das Haus eine bessere Ruine, erzählten sie uns. Vater André besserte es selber aus und machte es zu einem reinlichen Schmuckkasten, das der Familie reichlich Platz zu behaglichem Wohnen bietet. Vater André und der Sohn Archipel arbeiten in der nahen Kleinstadt und in den umliegenden Dörfern, wo sich gerade Arbeit bietet. Mutter und Rosette, die sechzehn jährige Älteste, besorgen das Haus, das Geflügel, das Schwein und den großen Garten. Sie haben sämtlich alle Hände voll zu tun, und wenn der Vater und Archipel mal keine Maurer Arbeit finden, dann gibt es doch immer irgend etwas anderes zu tun, und hier auf dem Lande verhungert niemand. Sie sind zufrieden, diese Menschen, die in der Großstadt geboren sind. Die Mutter hat ihre Freude daran, wie prächtig die kraushaarigen Kleinen gedeihen, die den ganzen Tag draußen sind in Licht und Luft, wie gut sie den Tisch decken kann für all die hungrigen Münder, wie viel friedlicher es hier ist als in der Mietkaserne hinter der Gare du Nord.