Jetzt liegen wir im Rasen am Rande der Straße, die irgendwie dorthin führen wird und denken daran, dass eigentlich Essenszeit wäre. Aber die Gulaschkanone ist weit entfernt, bei der Kompanie. Dafür aber steht auf der anderen Straßenseite ein Gasthaus, offensichtlich ein Ausflugslokal für sonntägliche Lyoner. Wir haben nicht viel Zeit, denn es kann jeden Augenblick weitergehen, unser Mittagessen besteht deshalb lediglich aus Brot und Butter mit Käse sowie einer Flasche roten Bordeaux. Das schmeckte großartig und war nach sechs Wochen Hotel leben eine nette Abwechslung. Das Dessert besorgen wir uns selber, denn wir sehen Kameraden mit Reineclauden ankommen, die man in einem verlassenen Garten, er ist in den etwa acht Wochen seit der Flucht seiner Besitzer schon sehr verwildert, pflücken kann. Die überreifen Früchte schmecken herrlich und lassen keinen Durst aufkommen.
Weiter geht die Fahrt, und als wir in unserem Nachtquartier eintreffen, sind wir schon ein Gutes Stück von Lyon entfernt. Ein Jagdhaus nimmt unser Stabsquartier auf, wir wohnen Teils im gleichen Gebäude, Teils in den bescheideneren Häusern ringsum. Nebenan im Gutshof ist eine ganze Kompanie untergebracht.
Unsere Gastgeber an diesem Abend sind sehr arme Leute, die sich staunend erzählen lassen von Lyon, das ihnen viel fremder ist als uns. Dort gewesen sind sie natürlich auch schon, aber viel mehr als die Warenhäuser scheinen sie nicht gesehen zu haben. Da das Elektrizitätswerk noch zerstört ist, funktioniert das elektrische Licht noch nicht wieder, und wir gehen nach dem Tag an der frischen Luft früh in unser Zimmer, und schlafen zu zweit in dem groß mächtigen Bett ganz großartig, nachdem wir das abdrückende Plumeau hinausgeworfen haben.
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